Hilfe, mein Kind akzeptiert meine Grenzen nicht!

Okt. 3, 2026 | Podcast | 0 Kommentare

Mein Kind akzeptiert meine Grenzen nicht – was tun, wenn es mein Nein ignoriert?

Kurz gesagt: Wenn dein Kind deine Grenzen nicht respektiert, lohnt sich der Blick aus zwei Richtungen. Nach innen: Darf das, was du brauchst und fühlst, bei dir überhaupt da sein – ohne Rechtfertigung? Und nach außen: Sag deinem Kind in deinen eigenen Worten, wie es dir gerade geht, statt ihm zu erklären, was es falsch macht. Daraus kann ein Konflikt entstehen, und das ist in Ordnung: Gestritten wird dann über die Lösung, nicht darüber, ob einer von euch so sein darf, wie er ist.

Du willst gut für dich sorgen – und dein Kind ignoriert, was dir wichtig ist. Alle um dich herum sagen, du müsstest jetzt endlich Grenzen setzen. Nur: Je mehr du es versuchst, desto mehr wird es zum Machtkampf.

In dieser Folge schauen wir uns an, was Grenzen überhaupt sind, warum auch Wünsche dazugehören und weshalb der Konflikt mit deinem Kind kein Zeichen dafür ist, dass etwas schiefläuft. Im Gegenteil: Konflikte sind unfassbar wichtig für eure Beziehung.

Hier gibt’s die Folge auf die Ohren:

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Weitere Informationen

In dieser Folge erfährst du

  • was Grenzen sind und warum Wünsche auch dazugehören
  • wie du besser auf dich und deine Bedürfnisse achten kannst
  • warum Konflikte so wichtig für die Beziehung zu deinem Kind sind

Zum Arbeitsblatt zur Folge: Du selbst bleiben

Aus der Folge: Transkript-Ausschnitt

Ruth im Podcast – gekürzt und sprachlich leicht geglättet.

Als Allererstes muss ich klar haben, dass das für mich wichtig ist – und was mein dahinterliegendes Bedürfnis ist. Damit meine ich nicht ein stures Daraufbestehen. Zu wissen, was ich brauche und wie es sich für mich anfühlt, ist ein ruhiges Körpergefühl. Ich brauche es nicht zu rechtfertigen, nicht zu beschämen, nicht zu beschuldigen. Vielleicht ist es für mich super anstrengend, wenn ein Kind immer an mir hochklettert, und bestimmte Berührungen sind für mich einfach stressig. Ich brauche nicht zu erklären, warum. Ich brauche dafür keine Theorie aufzustellen. Es ist einfach so, mein Körper meldet mir das zurück.

Im zweiten Schritt geht es um die Kommunikation mit dem Kind. Ich bin ein riesiger Fan davon, selbst schon mit kleinen Kindern auszudrücken, was in uns vor sich geht. Nicht als Rechtfertigung, nicht als Forderung, sondern erst mal klarzumachen: Das ist gerade richtig stressig für mich. Wie steckst du deine Grenzen ab, ist da weniger die Frage, sondern: Wie drücke ich aus, wer ich bin? Das kann natürlich ein Einstieg in einen Konflikt sein. Das macht nichts. Konflikte sind total fruchtbar und wichtig und absolut entscheidend in der Beziehung zu unserem Kind.

Häufige Fragen

Muss ich begründen, warum etwas für mich nicht okay ist?

Nein. Es reicht, dass dein Körper dir zurückmeldet: Das ist mir gerade zu viel, oder das brauche ich gerade. Du musst dafür keine Theorie aufstellen und dich auch nicht damit rechtfertigen, dass du gestern den ganzen Tag gemacht hast, was dein Kind wollte. Erst mal darf das Gefühl da sein. Das heißt noch nicht, dass es eine Lösung gibt oder dass du bekommst, was du willst.

Wie sage ich meinem Kind, dass mir etwas zu viel ist?

In deinen eigenen Worten und so, dass es darum geht, wie es dir geht – nicht darum, was dein Kind falsch macht oder was du von ihm erwartest. Zum Beispiel: „Das ist gerade richtig stressig für mich“ oder „Ich brauche gerade dringend Bewegung“. Das geht schon mit kleinen Kindern.

Gebe ich damit die Verantwortung an mein Kind ab?

Nein. Wenn deine Gefühle bei dir erst mal sein dürfen, ist klar: Das ist dein Thema. Dein Kind muss gar nichts machen. Du hast in dem Moment weder einen Lösungsvorschlag gemacht noch diskutiert, warum das Kind etwas tut. Du hast nur gesagt, wie es dir geht.

Was, wenn daraus ein Streit entsteht?

Dann streitet ihr über die Lösung: Was brauche ich, was brauchst du, und wie kommen wir beide dahin? Dabei zählt, wer mehr Macht hat (normalerweise die Eltern) und wer gerade die größere Not hat. Die Frage ist nicht, ob es okay ist, dass dein Kind so ist oder dass du so bist. Die Frage ist, wie ihr damit umgeht, dass es gerade so ist.

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